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K(l)eine Änderungen beim »Autorenkreis der Bundesrepublik«
subversionen.de konnte eine erstaunliche Resonanz auf den Beitrag »pro forma« feststellen. Zahlreiche Besucher/Leser kritisierten die »Arroganz der historischen Anmaßung« durch diesen »vollkommen von der CDU gesteuerten« Autorenkreis. Von Leserseite kam auch die Information, dass dieser sogen. »Autorenkreis der Bundesrepublik« seine Website inzwischen überarbeitet habe.

Eine Durchsicht dieser »neuen« Website führte zu folgenden Feststellungen:
Zahlreiche Fehler(meldungen) wurden beseitigt und einige – bisher fehlende – Angaben ergänzt. In der Hauptsache wurde aber nur das Layout geändert. Dieses ist nun basisidentisch mit der beruflichen Website des Vorsitzenden Sader. Im Impressum heißt es dazu lapidar »Entwurf, Konzeption und Layout der Website: Jörg Sader, Umsetzung/Webmaster: Jörg Stein«.

Im Rahmen dieser Designübernahme wurde auch ein neues typographisches Logo eingeführt.

Aber von singulärer Bedeutung ist die Änderung der »Grundsätze« des Autorenkreises. Notgedrungen hat man eingesehen, dass die Behauptung »ein Bündnis parteipolitisch unabhängiger Schriftsteller, Künstler, Geistes-wissenschaftler und Kritiker« zu sein, als wahrheitswidrig erkannt wurde. Diese Behauptung war intellektuell obszön, gibt es doch ein führendes Vorstandsmitglied, dessen parteipolitische Bindungen, Mandate und Aktivitäten zweifelsfrei bestehen & genutzt werden (›Causa Lehmann-Brauns‹). Und auch der Vorsitzende vom Verein des Autorenkreises e.V., Dr. med. Burkhart Veigel, war ein grundsatzwidriges Mitglied, da er kein Schriftsteller, Künstler, Geisteswissenschaftler oder Kritiker ist

Und so ist es jetzt grundsätzlich vollkommen ohne Bedeutung, ob die Mitglieder dieses erlauchten Autorenkreises überhaupt Autoren sind …

Hier die zwei Fassungen:
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Grundsätze — alt


Der Autorenkreis der Bundesrepublik, Forum für Literatur und Politik versteht sich als ein Bündnis parteipolitisch unabhängiger Schriftsteller, Künstler, Geisteswissenschaftler und Kritiker. Seine Mitglieder verbindet antitotalitäre Gesinnung, Liberalität und Ideologieferne.

Im Verständnis des Kreises ist Demokratie ebenso untrennbar mit Humanismus verbunden wie Freiheit mit Verantwortung.

Der Autorenkreis begreift sich als kritischer Zeitbegleiter, der zeitgenössische Literatur fördern und universale ethische Werte bewahren will, und tritt deshalb allen geist- und demokratiefeindlichen Tendenzen, gleichgültig ob von rechts oder links, entschieden entgegen.

Bewusst stellt er sich in die intellektuell-politische Tradition der kritischen Geister, der Skeptiker, Renegaten und Dissidenten. Diese Tradition reicht von den europäischen Aufklärern über Heinrich Heine, Georg Büchner und Theodor Lessing bis zu den Emigranten und Gemaßregelten der zwei deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts.

Die Mitglieder des Autorenkreises erkennen diese Grundsätze für verpflichtend an.

Grundsätze — neu


Der Autorenkreis der Bundesrepublik versteht sich als kritischer Zeitbegleiter und Förderer der Literatur und der Künste. Ihnen kommt nach seiner Überzeugung eine zentrale Rolle bei der Stärkung und Befestigung demokratischen Bewußtseins zu.

Literatur ist für den Autorenkreis der Ort aktiver Erinnerungskultur und aktueller Kritik zugleich, als Instanz und Fürsprecherin des Einzelnen ist sie gemeinsam mit den Künsten eine unverzichtbare Stimme im gesellschaftlichen Dialog.

Die Mitglieder des Autorenkreises bekennen sich zum Gedanken der europäischen Einigung. Für sie ist Demokratie ebenso untrennbar mit Humanität verbunden wie Freiheit mit Verantwortung, intellektuelle und künstlerische Autonomie ohne antitotalitäre Gesinnung und Liberalität undenkbar.

Mit ihrer entschiedenen Haltung gegen links– wie rechtsextreme Strömungen stellen sie sich in die Tradition der kritischen Geister in Literatur, Philosophie und Wissenschaft, die von den europäischen Aufklärern bis zu den Dissidenten und Gemaßregelten der zwei deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts führt.

Die Mitglieder des Autorenkreises der Bundesrepublik erkennen diese Grundsätze als verpflichtend an.

Diese Änderungen der »Grundsätze« erfolgten gleichsam stillschweigend, eine Mitteilung dazu findet sich an keiner Stelle. Allerdings hat sich nichts Wesentliches geändert. Megalomanisch & wohlfeil bleibt das ganze Unterfangen. Und naturgemäß handelt man rechtsliberal-konservativ mit der Konrad-Adenauer-Stiftung einträchtig weiter, auch wenn man als geschlossener Freundeskreis durch Negationen seine Ideologie & Ideenlosigkeit nicht länger zu leugnen vermag … … …

Jetzt ist man halt einer von 580.000 deutschen Vereinen. Aber eines ist man jetzt grundsätzlich auf keinen Fall mehr: ein Autorenkreis.
© AB · subversionen.de · Juli 2010