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Sorry, es liegen noch keine Daten vor
oder Ein Freundeskreis politischer Leerverkäufe

»Die Gelder sammle ich, um das nötige Geld zu haben,
um jetzt eine große Untersuchung anzustellen über die
Vaterlandsverräter und Leugner der
Deutschen Einheit
Dr. Helmut Kohl, 2003



Mit Vorsatz gilt unser Interesse einem ziemlich unbedeutenden Ärgernis, das aber dennoch als Beispiel für die stillen Veränderungen resp. Machtverschiebungen in unserer Gesellschaft taugt. Die Rede ist von dem weithin unbekannten * Autorenkreis der Bundesrepublik, Forum für Literatur und Politik, 1992 von Sigmar Schollak gegründet und seit 2005 verantwortlich geleitet von dem Rödelheimer Literaturwissenschaftler, Rezensenten und Textgestalter Dr. Jörg Sader (Erster Vorsitzender) und dem prominenten Berliner CDU-Politiker und Rechtsanwalt Dr. Uwe Lehmann-Brauns (Zweiter Vorsitzender).

Und damit sind wir auch gleich bei der wichtigen Feststellung, dass wir an dieser Stelle nicht über den von Sigmar Schollak initiierten Autorenkreis sprechen, den dieser bis 1997 leitete. Diesen Kreis gibt es spätestens seit dem Jahr 2001 nicht mehr. Mit dem Gründer Schollack verließen u.a. die Autoren Günter Kunert ( Hans-Sahl-Preisträger 1996), F.C. Delius, Herta Müller, Uwe Kolbe, Joachim Schädlich ( Hans-Sahl-Preisträger 1995), Peter Schneider, Hans Christoph Buch, Richard Wagner und Bernd Wagner einen Kreis, der seither praktisch von der CDU resp. ihrer Konrad-Adenauer-Stiftung – durch Politiker wie z.B. Lehmann-Brauns – kontrolliert wird.

  Hier ist ausschließlich von dem heutigen Autorenkreis und seinen Protagonisten die Rede.

Somit verstehen wir auch, dass Lehmann-Brauns nur aus purer Bescheidenheit bei seinen bio-bibliographischen Angaben auf die unwesentliche Mitteilung verzichtet, Mitglied der CDU-Fraktion und Vizepräsident des Berliner Abgeordnetenhauses zu sein. Lieber verweist er auf seine intellektuell-analytischen Fähigkeiten: Den 68-ern ist es bis heute gelungen, die Geschichte der Deutschen zu verkürzen, zu verkleinern, zu vergröbern. Da wird es doch endlich Zeit, dass Lehmann-Brauns die Geschichte der Deutschen(!) wieder verlängert, vergrößert, verfeinert! Aber Vorsicht: den ›68-ern‹ ist es auch gelungen, dass Sie mit diesen Begriffen heute durch keinen Spamfilter mehr kommen!

Im Rahmen solcher Verhältnisse wird denn auch die gegenseitige Wertschätzung öffentlich zum Ausdruck gebracht. Auf der Agentur-Website des 1. Vorsitzenden Dr. Sader, die er zusammen mit der Magisterin Anette Wörner betreibt, findet sich unter der Rubrik »LesensWert« u.a. auch eine hymnische Rezension des Buches »Wiedervereinigt wider Willen?« des 2. Vorsitzenden Dr. Lehmann-Brauns, der diese »Textkanzlei« wiederum bei Bedarf anwaltlich vertritt. Das Buch wird schlichtweg zur »Pflichtlektüre« erhoben … Alle Beteiligten haben selbstverständlich das Recht zu diesen Handlungen. Aber es gibt auch das Recht auf die Meinung, eine solche Rezension als wertlose Gefälligkeitskritik zu lesen. Fragen der professionellen/literarischen Integrität – bisweilen auch als Stil bekannt – scheinen bei diesen drei Beteiligten angesichts eines solchen Verhaltens eine mehr als untergeordnete Rolle zu spielen.

Dem Kreis, der sich als Freundeskreis versteht, gehören vor allem Schriftsteller an, aber auch Maler, Komponisten, Übersetzer, Publizisten, Kritiker, Literaturwissenschaftler und Historiker (s. Mitgliederliste). Mario Vargas Llosa und Ralph Giordano sind Assoziierte Mitglieder des Kreises. Letzterer fiel in der jüngsten Vergangenheit nur noch durch unsägliche anti-islamische Äußerungen auf, welche von anderen Autorenkreis-Mitgliedern wie Lea Rosh und Henryk M. Broder auch noch ausdrücklich begrüßt wurden.

Zuwahlen sind nur auf Empfehlung und bei Akzeptanz der verbindlichen Grundsätze möglich. In selbstgewählter Beschränkung umfasst der Kreis etwa
60 Mitglieder, eine wesentliche Erweiterung ist nicht vorgesehen. 1996 wurde der »Verein des Autorenkreises« gegründet, der den Status der Gemeinnützigkeit besitzt.

Es existiert auf der Website des Autorenkreises – die sich in inhaltlicher, ästhetischer und technischer Hinsicht in einem erbarmungswürdigen Zustand befindet, zwar eine Mitgliederliste, aber 75% der Links führen seit Jahren ins Nichts resp. zu der Meldung: Sorry, es liegen noch keine Daten vor. [Nachtrag 07.2010: Diese Fehlermeldungen wurden inzwischen durch 0-Links ersetzt.] Dies alles scheint den Vorsitzenden Sader nicht sonderlich zu kümmern, obwohl er die Herstellung von Websites an anderer Stelle (s.o.) als weitere berufliche Tätigkeit angibt.

Von (rechts-)formaler Bedeutung ist hier zunächst nur, dass der »Autorenkreis der Bundesrepublik« vier Jahre vor dem »Verein des Autorenkreises e.V.« entstanden ist und als ›Membership Club‹ betrieben wird.
Aus leicht nachvollziehbarem Rechtsgrund blieb es diesem Kreisgebilde verwehrt, sich als »Autorenkreis der Bundesrepublik Deutschland« zu bezeichnen.

Seinen Sitz hat dieser Freundeskreis in Berlin. Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße 111. Dort betreibt er offenkundig eine mehr als organisatorische Zusammenarbeit mit dem 1996 vom damaligen CDU-Vorsitzenden Helmut Kohl u.a. gegründeten »Bürgerbüro e.V. · Verein zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur«. Sowohl der Vorsitzende dieses Vereins, der Theologe und CDU-Politiker Dr. Herbert Neubert, als auch die Vorstandsmitglieder und CDU-Politiker Dr. Uwe Lehmann-Brauns und Siegfried Reiprich, sowie Wolfgang Templin sind ja gleichzeitig Mitglieder des Autorenkreises. Und die CDU-Politikerin Helga Schwabe ist Geschäftsführerin resp. Leiterin der Geschäftsstelle des Bürgerbüros e.V., des Autorenkreises der Bundesrepublik und des Vereins des Autorenkreises e.V. … … …

Aber was sind das für
verbindliche Grundsätze, die jedes (auch zugewählte) Mitglied zu akzeptieren hat?

Der Autorenkreis der Bundesrepublik, Forum für Literatur und Politik versteht sich als ein Bündnis parteipolitisch unabhängiger Schriftsteller, Künstler, Geisteswissenschaftler und Kritiker. Enthielten diese Worte auch nur einen Hauch an Glaubwürdigkeit, so hätte z.B. der zweite Vorsitzende Lehmann-Brauns als – seit Jahrzehnten – aktiver CDU-Politiker selbstredend niemals Mitglied dieses Kreises werden dürfen.

Seine Mitglieder verbindet antitotalitäre Gesinnung, Liberalität und Ideologieferne
. Diese Feststellungen sind formal und inhaltlich in ihrer Mixtur an Banalität, Unsinn- & Unaufrichtigkeit kaum zu übertreffen. Im Verständnis des Kreises ist Demokratie ebenso untrennbar mit Humanismus verbunden wie Freiheit mit Verantwortung. Vielleicht hätte man mal einen Blick in das Grundgesetz werfen sollen, um festzustellen, dass man hier die komplexe Verfassungswirklichkeit lediglich in wohlfeile Wahlkampfsprechblasen umgemünzt hat.

Aber es geht noch besser –:
Der Autorenkreis begreift sich als kritischer Zeitbegleiter, der zeitgenössische Literatur fördern und universale ethische Werte bewahren will, und tritt deshalb allen geist- und demokratiefeindlichen Tendenzen, gleichgültig ob von rechts oder links, entschieden entgegen. Dass es unserer Spezies a priori verwehrt ist, die Zeit an sich begleiten zu können, sollte man eigentlich als anthropologisches Basiswissen voraussetzen. Von Autoren darf ja wohl erwartet werden, dass sie in der Lage sind, ihre politischen Absichten sprachlich adäquat zum Ausdruck zu bringen. Und was hier unter »universalen ethischen Werten« verstanden wird, bleibt vollkommen diffus. Universelle ethische Werte sind bekanntlich nur jene Werte, die für alle Formen menschlichen Zusammenlebens konstitutiv sind. Und diese evolutionäre Realität will der Autorenkreis »bewahren«?

Aber damit ist die begriffliche Verwirrung noch längst nicht ausgestanden, denn der Kreis
tritt deshalb (!!) allen geist- und demokratiefeindlichen Tendenzen […] entschieden entgegen. Man sieht den Hohmann-Verteidiger und Talkshowhopper Prof. Dr. jur. Arnulf Baring (»Es lebe die Republik, es lebe Deutschland!«) förmlich vor sich, wie er – Arm in Arm mit dem Vorstandsmitglied Ulrich Schacht (»Die selbstbewusste Nation« / »Für eine Berliner Republik«) – allen (!!!) geistfeindlichen Tendenzen entschieden entgegen tritt. Die Kosten für den geborstenen mannshohen Spiegel wird der Autorenkreis sicherlich als psychotischen »Folgeschaden der SED-Diktatur« verbuchen.

Aber was nützen die besten Intentionen, wenn sie nicht historisch legitimiert=tradiert sind! Und erwischt den
Kreis entgültig die Megalomanie und er schlägt total(itär) zu: Bewusst stellt er sich in die intellektuell-politische Tradition der kritischen Geister, der Skeptiker, Renegaten und Dissidenten. Diese Tradition reicht von den europäischen Aufklärern über Heinrich Heine, Georg Büchner und Theodor Lessing bis zu den Emigranten und Gemaßregelten der zwei deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Gegen einen Autorenkreis mit Hybrid-Antrieb ist nur aus ökologischer Sicht nichts einzuwenden. Aus intellektueller Sicht stellt sich hingegen die Frage, ob diese notorischen Kreisläufer wirklich wissen, was sie schreiben und unterschreiben. Henryk M. Broder also in der Tradition von Karl Marx (kritischer Geist), Lea Rosh in der Tradition Francisco Sanchez’ (Skeptiker), Arnulf Baring in der Tradition W.I. Lenins (Renegat) und Karl Corino in der Tradition Noam Chomskys (Dissident) …

Die Mitglieder des Autorenkreises erkennen diese Grundsätze für verpflichtend an.

In der Wüste geht man immer im Kreis.

Eine weitere Aufgabe sieht der Kreis […] in öffentlichen Einmischungen, Resolutionen oder Protesten zu brisanten gesellschafts- und kulturpolitischen Themen. Und wendet sicher dieser Appendix der Konrad-Adenauer-Stiftung – deren Kosten zu knapp 97% zu Lasten der Steuerzahler gehen – an die Öffentlichkeit, so blamiert er sich gnadenlos – wie zuletzt im Herbst 2008. In einem Offenen Brief an den Deutschen Bundestag vom 23.09.2008 wähnte er »Deutschlands Bild in der Welt in Sachen Menschenrechte und Demokratieprophylaxe« durch die Redakteurin Danhong Zhang von der Deutschen Welle gefährdet …

Als Danhong Zhang, leitende Redakteurin des chinesischen Programms der Deutschen Welle, am 4. August 2008 im Deutschlandfunk äußerte: »Die Kommunistische Partei Chinas hat mehr als jede politische Kraft auf der Welt zur Verwirklichung des Artikels 3 der Erklärung der Menschenrechte beigetragen«, zog ihr Sender die Reißleine und entband die Journalistin bis auf weiteres von der Arbeit am Mikrofon. Die Entscheidung löste binnen kurzem in China selbst scharfe Proteste unter Regimetreuen aus. So behauptete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua, »der gemeinsame Angriff von Medien und Politikern« auf die Journalistin erinnere an Methoden der Nazizeit.
Doch die Causa Danhong Zhang taugt nicht zum ideologischen Kreuzzug, versteht sich aber auch nicht als Einzelfall. Zu klären ist die im Raum stehende Verletzung der Aufsichts- und Sorgfaltspflicht von Seiten der Deutschen Welle. Der Vorgang verweist eher auf ein manifestes Strukturproblem in der Sendeanstalt als auf die Störung einer politisch verwirrten Journalistin. Denn in Deutschland lebende chinesische Dissidenten machen seit langem auf die befremdliche Medienpolitik der China-Redaktion der DW aufmerksam, die zuletzt insbesondere durch ihre KP-nahe Berichterstattung während des Tibet-Konflikts im Frühjahr des Jahres aufgefallen war. Gerade die so ideologisch penetranten wie selektiven Beiträge der Online-Redaktion der DW haben immer wieder Anstoß erregt.
Aus diesem Grund fordert der Autorenkreis den Deutschen Bundestag auf, eine ausführliche Prüfung der Berichterstattung der China-Redaktion der Deutschen Welle, einschließlich Online, für den Zeitraum der letzten fünf Jahre durch eine unabhängige Kommission durchzuführen. Es sollte außerdem geprüft werden, ob Redakteure und Mitarbeiter der DW, die Mitglieder bzw. Kader der Kommunistischen Partei Chinas sind, sich tatsächlich als »Deutschlands Visitenkarte im Ausland« eignen, wie es die Eigenwerbung des in 30 Sprachen weltweit agierenden Senders verlautbart, der vom Bund getragen wird. Diktatorische Länder wie China wissen, dass ihre Medien für die eigenen Bürger nicht glaubwürdig sind. Aus diesem Grund sorgen sie intensiv dafür, dass wichtige Informationen via Ausland zu ihnen gelangen. Ein Re-Import diktatorischer Propaganda und damit der Verrat an der chinesischen Opposition ist jedoch ausdrücklich zu verhindern. Ansonsten wäre nicht nur die medienpolitische Tradition der Bundesrepublik diskreditiert. Unser Land würde sich auch zum Kombattanten von Regimes der Welt machen und deren kritischen Stimmen schwächen.
Eine solche Mitarbeiterprüfung sollte natürlich für alle Redaktionen gelten, die über und in totalitäre Länder einschließlich Russland berichten. Um die Glaubwürdigkeit des Senders wiederherzustellen, müsste zusätzlich bei seinen deutschen Mitarbeitern eine nochmalige Stasiüberprüfung anberaumt werden. Wir schlagen außerdem vor, dass jeder Mitarbeiter der Deutschen Welle auf einen Codex hin verpflichtet wird, der sich an Kriterien eines werteorientierten Journalismus bemisst. Zu klären wäre darüber hinaus, ob nicht ein unabhängiger, diktaturimmuner Beobachter eingesetzt wird, der Qualitätskontrollen durchführt, die dem gesetzlichen Sendeauftrag entsprechen. Einrichtungen wie die Deutsche Welle haben sich überraschenderweise in den letzten beiden Jahrzehnten dazu entwickelt, das strategische Vermögen kommunistischer Diktaturen notorisch zu unterschätzen.
In den Augen des Autorenkreises der Bundesrepublik ist der Sender Deutsche Welle im Kontext zunehmend weltweiter Verflechtung medialer Räume ein existentielles politisches Gestaltungsfeld für Freiheit, unzensierte Meinungsfindung und kulturelle Identität – ein Informationskanal, der Deutschlands Bild in der Welt in Sachen Menschenrechte und Demokratieprophylaxe maßgeblich bestimmt. Eingedenk der rabiaten Veränderungen in der globalen Medienlandschaft muss mit aller gebotenen Aufmerksamkeit verhindert werden, diesen verantwortungsvollen Raum zu verspielen.
Unterzeichner: Martin Ahrends, Dr. Inka Bach, Prof. Dr. Arnulf Baring, Dr. Jörg Bernig, Henryk M. Broder, Mitch Cohen, Dr. Karl Corino, Prof. Horst Domdey, Kurt Drawert, Dr. Karsten Dümmel, Gerd-Peter Eigner, Roland Erb, Siegmar Faust, Dr. Ruth Freydank, Michael G. Fritz, Prof. Ines Geipel, Alexander Hans Gusovius, Prof. Heinz-Uwe Haus, Helga Hegewisch-Lasky, Edgar Hilsenrath, Günter Holter, Jürgen Hultenreich, Barbara Kerneck, Imre Kertész, Thomas Körner, Dr. Hans Krech, Sabine Lange, Katja Lange-Müller, Dr. Uwe Lehmann-Brauns, Doris Liebermann, Radjo Monk, Siegfried Reiprich, Udo Rohnstock, Lea Rosh, Dr. Ekkehart Rudolph, Dr. Jörg Sader, Ulrich Schacht, Udo Scheer, Dr. h.c. Helga Schubert, Prof. Wolfgang Schuller, Thomas B. Schumann, Lutz Seiler, Rafael Seligman, Roger Davis Servais, Hans-Georg Soldat, Lutz Stroppe, Antje Ravic Strubel, Wolfgang Templin, Stephen Tree, Anja Tuckermann, Helmut Ulrich, Dr. Burkhart Veigel, Joachim Walther, Dr. Uwe Westphal, Bernhard C. Wintzek, Prof. Hans Dieter Zimmermann, Ralph Giordano, Mario Vargas Llosa.


Auf Nachfrage des »Rheinischen Merkurs« hinsichtlich der Unterzeichner dieses Briefes, teilte der Erste Vorsitzende Dr. Jörg Sader mit: »Es gibt einen Beschluss, wonach der Vorstand solche Aktionen im Namen aller Mitglieder unternehmen darf.« (Vollständige Dokumentation bei perlentaucher.de)

Eine solche Rechtsauffassung betrachtet subversionen.de in der Sache als äusserst fragwürdig. »Im Namen aller Mitglieder« bedeutet im Allgemeinen keineswegs, dass eine »solche Aktion« mit dem vollständigen Namen eines jeden Mitglieds unterzeichnet werden kann, weil dies eine unverhältnismässige Einschränkung der Persönlichkeitsrechte darstellt. Einen solchen Brief hätte der Vorstand jedem Unterzeichner vorlegen und eine unzweideutige Zustimmung einholen müssen. Was die beiden einzig wirklich bedeutenden Autoren-Mitglieder, Imre Kertész und Mario Vargas Llosa (›assoziiert‹), anbelangt, so stellt sich die nicht unerhebliche Frage, ob sie überhaupt die geringste Ahnung von der behaupteten »Causa Danhong Zhang« haben konnten.

Die gebührende inhaltliche Antwort kam postwendend. In einem ebenfalls »Offenen Brief an den Deutschen Bundestag« vom 13.10.2008 protestierten 65 Chinawissenschaftler, Publizisten und Politiker gegen die Forderungen des »Autorenkreises«.

In der Deutschen Welle ist vor kurzem eine Redakteurin der chinesischsprachigen Radioredaktion infolge ihrer vermeintlich einseitigen Beurteilung des heutigen China ihrer Leitungsfunktion enthoben worden. Die genannte Redakteurin wurde von dieser Funktion nicht etwa wegen nachgewiesener Verfehlungen in ihrer redaktionellen Arbeit entbunden. Vielmehr wurde sie abgestraft, weil sie unter anderem in öffentlichen Diskussionsrunden die Einschätzung eines der führenden deutschen Chinaberichterstatters, des Pekinger Korrespondenten der Zeit, wiedergegeben hatte: Dass die Überwindung der Armut für 400 Mio. Chinesen in den letzten 30 Jahren eine der größten Menschenrechtsverbesserungen der jüngeren Zeit sei. Kein Zweifel, darüber kann man streiten. Aber man muss sich darüber streiten können und dürfen, und selbstverständlich muss man solche Aussagen als Journalist zitieren dürfen.
Ein »Autorenkreis der Bundesrepublik« hat in einem Schreiben an den Bundestag der Chinaredaktion der Deutschen Welle Werbung für den Parteistaat in China vorgeworfen. Der Autorenkreis spricht von einem »Re-Import diktatorischer Propaganda« und fordert eine »Mitarbeiterprüfung für alle Redaktionen, die über und in totalitäre Länder einschließlich Russlands berichten«; darüber hinaus die Einsetzung eines »unabhängigen, diktaturimmunen Beobachters«, der die Sendungen kontrolliert; und schließlich die nachträgliche Prüfung der Berichterstattung der letzten fünf Jahre und eine nochmalige Stasiüberprüfung der deutschen Mitarbeiter der Deutschen Welle.
Parallel dazu haben einige chinesische Dissidenten, die Aktivisten der religiös-politischen Sekte Falun Gong sind oder mit dieser in Verbindung stehen, ebenfalls an den Bundestag geschrieben und der Deutschen Welle vorgeworfen »für die chinesische Regierung ein befreundetes Medium« zu sein. Tatsächlich waren die chinesischen Online-Seiten des Senders in China in den letzten Jahren bis kurz vor der Olympiade ununterbrochen gesperrt. Falun Gong-Propagandisten identifizieren zugleich die vermeintlichen Wortführer der »roten Infiltration in Deutschland«: Helmut Schmidt und eine Reihe führender deutscher Chinawissenschaftler, die unter anderem auch von der Deutschen Welle mehrfach interviewt wurden und sich in den letzten Jahren um ein realitätsgerechtes Chinabild bemühten (vgl. dazu den Internetartikel »Die rote Welle in Deutschland«).
Diese Auseinandersetzung ist Teil des Disputes über die Frage, wie man die derzeitige Entwicklung und den Aufstieg Chinas beurteilen soll. Ist China ein Schurkenstaat, der zunehmend zu einer Bedrohung nach innen und außen wird oder aber ein Land, das einem kontinuierlichen Wandlungsprozess unterliegt und sich dabei zunehmend als ein zuverlässiger Kooperationspartner in internationalen Fragen erweist? Verschiedene und zum Teil widersprüchliche Bilder charakterisieren diesen Entwicklungsprozess: Es gibt Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Machtmissbrauch, und es gibt zugleich einen Wandel, der die Strukturen des Systems verändert und der Mehrheit der Menschen signifikante Verbesserungen bringt. Solche widersprüchlichen Entwicklungen verlangen nach einem differenzierten Urteil. Eine solche Differenzierung gab es jedoch in großen Teilen der medialen Berichterstattung in Deutschland vor und während der Olympischen Spiele nicht. Die Deutsche Welle versuchte hier gegenzusteuern.
Die »Offenen Briefe« an den Bundestag rufen zu Ausgrenzung und Zensur auf. Es werden Vorwürfe wie in Zeiten des Kalten Krieges vorgetragen (»rote Infiltration«). Es sollen diejenigen Journalisten, Wissenschaftler und Politiker diskreditiert und eingeschüchtert werden, die in sorgfältig recherchierten Berichten und Analysen auf die vielfältigen und widersprüchlichen Facetten der Entwicklung Chinas hinweisen wollen und das Land eben nicht schlicht als »Schurkenstaat« betrachten. Das angestrebte Ziel ist offenkundig die Unterbindung jeder um Differenzierung bemühten öffentlichen Kommunikation über die Entwicklung Chinas in Journalismus und Wissenschaft und die Verpflichtung aller öffentlichen Akteure dieses Bereichs auf eine pauschale negative Berichterstattung über China.
Wir nehmen die oben genannten Vorgänge zum Anlass, um alle Verantwortlichen in Publizistik, Politik und Wissenschaft auf diese beunruhigende Entwicklung und ihre Hintergründe aufmerksam zu machen und für die Wahrung der Grundsätze journalistischer und wissenschaftlicher Professionalität, Eigenverantwortung und Objektivität ohne jede Einschränkung einzutreten. Insbesondere fordern wir sie auf, sich offensiv und entschieden vor die in der laufenden Kampagne zu Unrecht angegriffenen Personen zu stellen.
Unterzeichner: Prof. Björn Alpermann, Universität Würzburg, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Chinas; Katrin Altmeyer, Leiterin China Büro der Heinrich Böll Stiftung, Peking; Dr. Hans-Peter Bartels, MdB; Prof. Wolfgang Behr, Universität Zürich, Ostasiatisches Seminar; Georg Blume, Autor und Journalist von »Die Zeit« und »taz«, Peking; Prof. em. Chiao Wei, Universität Trier, Sinologie; Prof. Wolfgang Däubler, Universität Bremen, Deutsches und Europäisches Arbeitsrecht, Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht; Prof. Herta Däubler-Gmelin, MdB, Bundesministerin der Justiz a.D.; Johnny Erling, Autor und Journalist, Peking; Dr. Klaus Fritsche, Geschäftsführer Asienstiftung Essen; Susanne Gaschke, Journalistin und Autorin; Wolf Gauer, Journalist, São Paulo; Dr. Christian Göbel, Ostasienwissenschaften, Universität Duisburg-Essen; Prof. Bettina Gransow, FU Berlin, Sinologie/Chinastudien; Günter Grass, Schriftsteller, Nobelpreisträger für Literatur; Jari Grosse-Ruyken, Universität Bonn, Bonner Gesellschaft für China-Studien; Prof. Dieter Grunow, Universität Duisburg-Essen,Politikwissenschaft; Dr. Peter Hachenberg, Universität Düsseldorf, Geschäftsführer des Sprachenzentrums der Universität; Andre Hakmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Trier, Sinologie; Dr. Hermann Halbeisen, Universität Köln, Ostasien-Studien; Prof. Volkmar Hansen, Direktor, Goethe-Museum, Düsseldorf; Klaus Harpprecht, Publizist, La Croix Valmer, Frankreich; Prof. Thomas Heberer, Universität Duisburg-Essen, Ostasienwissenschaften; Prof. Sebastian Heilmann, Universität Trier, Politik Ostasiens; Prof. Carsten Herrmann-Pillath, Academic Director Sino-German School of Governance, Frankfurt/M.; Dr. Lukrezia Jochimsen, MdB; Dr. h.c. Hanjo Kesting, Redakteur und Autor, Hamburg, Berlin; Dr. Sascha Klotzbücher, Universität Wien, Sinologie; Prof. Jürgen Kocka, FU u. WZB Berlin, ehem. Präsident des Wissenschaftszentrum Berlin; Peter M. Kuhfuß, Universität Tübingen, Sinologie/Geschichte; Kristin Kupfer, freie Journalistin, Peking; Prof. Dieter Kuhn, Universität Würzburg, Sinologie; Prof. Alfons Labisch, Rektor der Universität Düsseldorf, Prof. Mechthild Leutner, Lehrstuhl Staat, Gesellschaft und Kultur des modernen China im Fach Sinologie am Ostasiatischen Seminar der FU Berlin; Prof. Dirk Linowski, Director Institute of International Business Studies, Steinbeis University, Berlin; Dr. Astrid Lipinsky, Universität Wien, Sinologie; Dr. Huiru Liu, Universität Trier, Sinologie; Albrecht von Lucke, Blätter für Deutsche und Internationale Politik, Berlin; Gisela Mahlmann, Fernsehjournalistin und ehemalige ZDF- Chinakorrespondentin, Baden-Baden; Prof. Wolfgang Merkel , Direktor Wissenschaftszentrum Berlin, Demokratieforschung; Prof. Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, Bonn; Prof. Thomas Meyer, Universität Dortmund, Politikwissenschaft, Herausgeber/Chefredakteur Neue Gesellschaft/ Frankfurter Hefte; Prof. Barbara Mittler, Universität Heidelberg, Sinologie; Michael Müller, MdB und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit; Prof. Julian Nida-Rümelin, Universität München, Staatsminister für Kultur und Medien a.D.; Prof. Gregor S. Paul, Universität Karlsruhe und Vorsitzender der Deutschen China-Gesellschaft; Prof. Karl-Heinz Pohl, Universität Trier, Sinologie; Prof. Dr. Andrea Riemenschnitter, Universität Zürich, Moderne Chinesische Sprache und Literatur am Ostasiatischen Seminar; Walter van Rossum, Publizist, Köln; Prof. Eberhard Sandschneider, Otto Wolff-Direktor des Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Berlin; Dr. Nora Sausmikat, Asienstiftung Essen; Prof. Monika Schädler, Hochschule Bremen, Wirtschaftssinologie; Prof. Helwig Schmidt-Glintzer, Wolfenbüttel, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Vereinigung für Chinastudien e.V.; Prof. Axel Schneider, Director, Modern East Asia Research Centre, Leiden University/Niederlande; Prof. Gunter Schubert, Universität Tübingen, Greater China Studies; Prof. Reimund Seidelmann, Universität Gießen, Internationale Politik, Hon. Prof. an der Renmin University, Peking; Frank Sieren, Autor und Journalist, Peking; Dr. Tilman Spengler, Sinologe und Journalist, Ambach; Dr. Johano Strasser, Präsident des deutschen PEN-Clubs; Prof. Markus Taube, Universität Duisburg-Essen, Ostasienwissenschaften; Barbara Unmüßig, Vorstand Heinrich Böll Stiftung, Berlin; Dr. Gudrun Wacker, Senior Fellow, Stiftung Wissenschaft und Politik, Forschungsgruppe Asien; Prof. Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Universität Wien, Moderne Sinologie; Dr. Felix Wemheuer, Universität Wien, Sinologie; Dr. Christoph Zöpel, Staatsminister im Auswärtigen Amt a.D.


Auch der Journalist Zhou Derong, der ab 1989 als freier Kulturkorrespondent mehrere Jahre für die FAZ aus China berichtete, reagierte auf den Autorenkreis-Brief – ebenfalls am 13.10.2008 – mit beißendem Spott. Hier der Schluss seines Essays:
»Die Autoren des Offenen Briefes schlagen vor, ›einen unabhängigen, diktaturimmunen Beobachter‹ einzusetzen, ›der Qualitätskontrollen durchführt, die dem gesetzlichen Sendeauftrag entsprechen‹. Was für eine geniale Idee! Hoffentlich ist er außerdem Nichtraucher, umweltbewusst, hinterzieht keine Steuern, hört keine Telefone ab und ist vor allem nicht einer von der Sorte Joseph McCarthy.
Zur Immunologie schlage ich vor, dass man das Max-Planck-Institut damit beauftragt, einen Impfstoff gegen die Diktatur zu entwickeln. Denn ›diktaturimmun‹ – was für ein unsinniges Wort – ist bekanntlich niemand von Geburt an. Der Haken dabei ist, dass man sich nur gegen bekannte Krankheit impfen lassen kann. Diktatur aber ist innovativ und taucht selten mit dem gleichen Gesicht auf.«





E I N I G E   A N M E R K U N G E N   Z U M  
V E R E I N   D E S   A U T O R E N K R E I S E S  e. V.

Kennen Sie einen deutschen eingetragenen Verein, der nur 4 Mitglieder vorzuweisen hat …? Können Sie eigentlich auch nicht, denn § 56 BGB schreibt vor, dass die Eintragung eines Vereins – in das jeweils zuständige Register – nur dann erfolgen soll, wenn die Anzahl der (Gründungs-)Mitglieder mindestens 7 beträgt.

Aber unser Berliner
Verein des Autorenkreises e.V. will uns glauben machen, dass es auch mit einer Sollstärke von weniger als 7 Zwergen hinter 7 Bergen möglich sein soll.

Laut Anhang der Veröffentlichung seiner
Satzung – vom 30. März 1996 – hat er angeblich nur 4 Mitglieder, die notgedrungen auch gleichzeitig den Vorstand stellen:

       Dr. med. Burkhart Veigel, Vorsitzender des Vereins und ehemaliger ›Fluchthelfer‹,
    
  Dr. phil. Ekkehart Rudolph,  Stellvertretender Vorsitzender und Jounalist,
       Helga Schwabe, Schatzmeisterin und Leiterin der Geschäftsstelle und
       [Korrektur 07.2010: jetzt Christoph Kuhn statt Stephan Tree], Protokollführer.

Nur handelt es sich dabei um eine absolut ungenügende und irreführende Veröffentlichung der beiden Doctores. Über 12 Jahre sind vergangen, seit am
22. August 1996 dieser Verein in das Vereinsregister des AG Berlin (Charlottenburg) unter VR 16722 eingetragen wurde.

Andere Hinweise auf die Mitgliederzahl finden sich an keiner Stelle.

Laut § 2 dieser Vereinssatzung, dient der Verein der Förderung von Literatur, Kunst und Geisteswissenschaft und der Förderung des Gesprächs zwischen Schriftstellern, Künstlern und Geisteswissenschaftlern einerseits und Politikern und Journalisten andererseits; letzteres, um auf die Notwendigkeit einer freiheitlichen Literatur, Kunst und Wissenschaft für die demokratische Gesellschaft der Bundesrepublik hinzuweisen (siehe Präambel).

Diese Satzungspräambel ist aber nicht auffindbar. Es sei denn, der Verein bezieht sich auf Grundsätze, auf die aber satzungsbezogen nicht abgehoben werden kann. Inhaltlich ist es eine bloße Ansammlung von wohlfeilen resp. skurrilen Allgemeinplätzen. Wer muss denn in der Bundesrepublik Deutschland einen Verein gründen, um großspurig auf verfassungsmäßige Realitäten »hinzuweisen«. Interessant ist die formale Spaltung –: Schriftsteller, Künstler und Geisteswissenschaftler contra Politiker und Journalisten.

Wie hauchdünn das Brett in Wahrheit ist, das hier gebohrt wird, erweist sich spätestens dann, wenn deutlich wird, das sowohl Parteipolitiker als auch Journalisten den ach so edlen Kreis anführen.

Weiter heißt es: Der Verein arbeitet dabei eng mit dem Autorenkreis der Bundesrepublik zusammen, der sich bereits 1992 bildete und derzeit 44 Mitglieder hat. Inzwischen soll der Autorenkreis nach eigenen Angaben 58 Mitglieder haben.

Seinen Zweck erfüllt der Verein mit dem Autorenkreis der Bundesrepublik durch Veranstaltungen – Lesungen, Vorträge, Diskussionen, Tagungen, Kolloquien u.ä. – durch Publikationen und durch die Verleihung des Hans-Sahl-Preises [ Hans Sahl, 1902-1993].

Zitat zum Hans-Sahl-Preis: Der Autorenkreis vergibt jährlich den Hans-Sahl-Preis, der bis 1999 von der Kultur-Stiftung der DEUTSCHEN BANK mit 20.000 DM dotiert war. Im Sinne des 1933 emigrierten Namensgebers waren die bisherigen Preisträger Hans Joachim Schädlich (1995), Günter Kunert (1996), Anja Lundholm (1997), Edgar Hilsenrath (1998) und posthum Jürgen Fuchs (1999), Henryk Bereska (2000), Reiner Kunze (2001), Imre Kertész (2002) und Vaclav Havel (2003).

Warum gab es keine Preisträger 2004 ? … 2005 ? … 2006 ? … 2007 ?… 2008 ? Gibt es diesen Preis noch?

Zurück zur Satzung, denn § 3 beinhaltet den punctus cnactus: Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts »Steuerbegünstigte Zwecke« der Abgabenordnung. Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie [sic!] eigenwirtschaftliche Zwecke

Ob diese veröffentlichte Satzung überhaupt noch – in dieser Form – gültig ist, wer zum jetzigen Zeitpunkt (02.2009) den Verein tatsächlich leitet, könnte subversionen.de zwar über das »Gemeinsame Registerportal der Länder« kostenpflichtig ermitteln – aber wozu sollte man, wenn die Verantwortlichen dieses Vereins sich und ihren Verein weltweit derart blamabel präsentieren?

Aber der Name »Verein des Autorenkreises e.V.« weist auf etwas Wesentliches hin. Er ist eben letztlich nur das organisatorisch nachgeschobene und gemeinnützige Steuerbüro für den »Autorenkreis der Bundesrepublik«: Mit der Gründung des VEREINS DES AUTORENKREISES im Jahre 1996 erlangte der AUTORENKREIS den Status der Gemeinnützigkeit und wird seitdem vom Senat von Berlin gefördert. Neben privaten Spenden unterstützten seine Arbeit bisher u. a. die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Stiftung Preußische Seehandlung, die Allianz-Kulturstiftung und die Kulturstiftung der Deutschen Bank.

Ergo: Der »Autorenkreis der Bundesrepublik. Form für Literatur und Politik« ist ein Bündnis unabhängiger Schriftsteller, Künstler, Wissenschaftler, Übersetzer und Publizisten, das sich im Rahmen einer juristischen Konstruktion des Vereins des Autorenkreises e.V. zwecks Erlangung des Status der Gemeinnützigkeit bedient. Bündnis (bar jeder Rechtsform) und Verein (BGB unterworfen) bedingen sich somit de facto in quasi identischer Weise – ohne de jure identisch zu sein … usw.




A N H A N G   :
V O N      D E R      D E M U T      E I N E S      R E P U B L I K A N I S C H E N      C H R I S T E N M E N S C H E N

Quelle: www.arnulf-baring.de· screenshot header : 13.02.2009, 19.52 Uhr

»Nicht wenige, auch aus der Reihe der zweiten und dritten Begabungen, werden von verführerischen Stimmen jener modischen ›Kultur‹ aus ihrer Bahn abgelenkt und ihrem Instinkt entfremdet; an ihre eigensüchtigen Regungen, an ihre Schwächen und Eitelkeiten richtet sich diese Versuchung, ihnen gerade flüstert der Zeitgeist mit einschmeichelnder Beflissenheit zu: ›Folgt mir und geht nicht dorthin! Denn dort seid ihr nur Diener, Gehilfen, Werkzeuge, von höheren Naturen überstrahlt, eurer Eigenart niemals froh, an Fäden gezogen, an Ketten gelegt, als Sklaven, ja als Automaten: hier bei mir genießt ihr, als Herren, eure freie Persönlichkeit, eure Begabungen dürfen für sich glänzen, und der Zuruf der öffentlichen Meinung dürfte doch wohl mehr ergötzen als eine vornehme, von oben herab gespendete Zustimmung aus der kalten Ätherhöhle des Genius.‹«

Friedrich Nietzsche : Schopenhauer als Erzieher, 1874









* Quellen:
Alle rot markierten Zitate stammen von den beiden Websites
http://www.autorenkreis-bundesrepublik.de/
http://www.textkanzlei.de/AK-Flyer-2.pdf
Es wurden zudem die einzelnen Zitate durch »« verlinkt.




© AB · subversionen.de · Februar 2009 · Aktualisierung der Links: Juli 2010


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